CDU: Glücksspielpolitik in Schleswig-Holstein gescheitert
Die CDU in Schleswig-Holstein sieht die Glücksspielpolitik der Landesregierung aus SPD, Grünen und SSW als gescheitert an. Das sagte ihr wirtschaftspolitischer Sprecher Hartmut Hamerich nach einer Anhörung im Kieler Landtag zum Spielhallen- und Spielbankgesetz am Mittwoch. Insbesondere die Weiterentwicklung staatlicher Casinos zu sogenannten "Clubsinos", wie sie in Travemünde mit dem neuen Standort Lübeck vorgenommen wurde, habe sich als falsch erwiesen.
„Die Umsatz- und Besucherzahlen zeigen eindeutig, dass dieses Konzept nicht trägt. So wird keine Kanalisierung im Sinne des Glücksspielstaatsvertrages erreicht. Die Landesregierung darf den Schiffbruch weiterer Casinos durch eine Übernahme des Konzeptes nicht zulassen“, erklärte Hamerich in Kiel. Die Stellungnahme aller Angehörten in diesem Fall bis hin zu der Mitarbeitervertretung sei eindeutig gewesen.
Im Übrigen habe die Anhörung gezeigt, daß die Landesregierung einheitliche Regeln für staatliche und private Anbieter schaffen müsse: „SPD, Grüne und SSW wollen ernsthaft, dass in staatlichen Spielcasinos vor 60 Spielautomaten gegessen, getrunken und geraucht werden darf. In privaten Spielhallen wollen sie mit der Begründung der Suchtprävention lediglich zwölf Automaten erlauben, vor denen weder verzehrt noch geraucht werden darf. Herr Stegner und seinen Koalitionären geht es dabei nicht um maximalen Spielerschutz, sondern um maximale staatliche Glücksspieleinnahmen“, so der CDU-Abgeordnete.
Der vorliegende Gesetzentwurf zu den Spielhallen stelle darüber hinaus die Kommunen vor unlösbare Probleme. Denn SPD, Grüne und SSW wollten den Kommunen nach Ablauf der Übergangsregelungen und unklaren Härtefallregelungen die Entscheidung zuschieben, welche Spielhalle in einem Umkreis von 300 Metern bleiben darf, und welche nicht.
„Es ist klar, weshalb die Regierungsfraktionen so vorgehen wollen: Sie haben Angst, selbst zu entscheiden, weil die Regressansprüche dann an das Land gestellt würden“, erklärte der CDU-Abgeordnete.