04.04.2025

Visionen und Konzepte für die Zukunft der Prävention – facettenreiche Fachtagung in Frankfurt

Bei der Fachtagung Suchtprävention Glücksspiel in der Praxis stand die Zukunft der Prävention im Mittelpunkt. 75 Teilnehmer verfolgten über zwei Tage abwechslungsreiche Diskussionen und spannende Vorträge.

Günther Zeltner (l.) und Dr. Henning Brand vom Veranstalter origo Akademie führten durch die Fachtagung.

Die Automatenunternehmerin Kathrin Paprotny (r.) brachte ihre Gebietsleiterin Anja Schönegge (l.) und drei Spieler mit zur Fachtagung. Die Spielhallenbetreiberin und ihre Gäste sprachen über die Motivation und den Reiz der Freizeitbeschäftigung Spielhalle – ein Highlight!

Zahlreiche Vorträge von Experten erweiterten den Blick auf das wichtige Thema Prävention. Die Fachtagung im Haus am Dom in Frankfurt am Main ist mittlerweile zum vierten Mal Treffunkt zum Austausch von Forschern, Therapeuten und Vertretern von Anbietern.

Zum vierten Mal fand am 1./ 2. April die Fachtagung FSGP zu „Suchtprävention Glücksspiel in der Praxis“ im Haus am Dom in Frankfurt am Main statt. Durch die von der origo Akademie organisierten Veranstaltung führten Dr. Henning Brand, Geschäftsführender Gesellschafter origo Akademie und Günther Zeltner, Senior Berater origo Akademie.

Das Oberthema „Visionen und Konzepte für die Zukunft der Prävention“ wurde in drei Blöcken verfolgt. Block 1: Spannnungsfeld individuelle Freiheit und Verantwortung, Block 2: Spielmotive – Verlaufsprozesse beim Glücksspielen – Hilfebedarf und Änderungsprozesse, Block 3: Grundlagenforschung – Verhaltenssüchte – und Austausch mit der Praxis.

Drei Themenblöcke – spannende Vorträge

Experten hielten Vorträge und teilten neue Erkenntnisse der Forschung. So berichtete Dr. Michael Auer, Geschäftsführer von Neccton, unter anderem darüber, welche Folgen „Nudging“ bei Mitteilungen an Spieler im Online-Glücksspiel für Auswirkungen haben kann. Prof. Dr. Dr. Frauke Rostalski von der Universität zu Köln präsentierte Erkenntnisse aus ihrem Buch „Die vulnerable Gesellschaft“. Prof. Dr. Gerhard Bühringer von der TU Dresden sprach über die Verantwortungsverteilung zwischen Staat, Anbieter und Glücksspielern. Arno Nagelschmied präsentierte, wie die Unternehmensgruppe Casinos Austria mit der „Playsponsible Academy“ ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnimmt.

Podiumsgespräch mit Glücksspielern

Eines der Höhepunkte war das Podiumsgespräch mit Glücksspielern. Die Automatenunternehmerin Kathrin Paprotny reiste mit ihrer Gebietsleiterin und drei Spielern aus ihrer Golden Nugget-Spielhalle im brandenburgischen Fürstenwalde an. Zudem stellte sich eine regelmäßige Spielerin aus der Spielbank Bad Homburg den Fragen von Dr. Henning Brand und Günther Zeltner. Zwar variieren die Spielmotivationen bei den Spielern leicht, ganz oben steht aber bei allen der Spaß, die Atmosphäre und die Aussicht auch hin und wieder Geld zu gewinnen. Alle Spieler gehen ihrer Freizeitbeschäftigung seit mehreren Jahren, zum Teil seit 25 Jahren, nach und haben ihren Aussagen zufolge keine Schwierigkeiten ihr Budget einzuhalten. Wir berichten in unserer kommenden Ausgabe intensiv darüber, was für die Spieler den Reiz ihres Hobbys ausmacht und wo vielleicht auch Nuancen an Unterschieden bei den einzelnen Spielern liegen.

Alexandra Nöthen vom TÜV Rheinland berichtete über die Rolle und Entwicklung der Zertfizierung bei Spielhallen. Interessante neue OASIS-Zahlen wurden zudem von Mona Loho und Oliver Richter vom Regierungspräsidium (RP) Darmstadt vorgestellt.

In unserer Mai-Ausgabe berichten wir ausführlich über die facettenreiche Fachtagung.