03.04.2025

Polizeiliche Kriminalstatistik: Illegales Glücksspiel auf Rekordniveau

Die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik 2024 zeigt einen drastischen Anstieg der Fallzahlen beim unerlaubten Glücksspiel.

„Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Wenn es kein ausreichendes und zeitgemäßes, legales Angebot gibt, weichen die Menschen in den illegalen Markt aus", sagt Georg Stecker, Vorstandssprecher des Dachverbandes Die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW).

Die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2024 zeigt einen drastischen Anstieg der Fallzahlen beim unerlaubten Glücksspiel.

Mit 6 247 erfassten Fällen bedeutet dies eine Steigerung um 18,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Trend setzt sich bereits seit Jahren fort: Seit 2020 haben sich die Fallzahlen um das Achtfache erhöht, seit 2017 sogar um das Zwölffache.

Politik darf diese Realität nicht ignorieren

Vor diesem Hintergrund ordnet Georg Stecker, Vorstandssprecher der Deutschen Automatenwirtschaft ein: „Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Wenn es kein ausreichendes und zeitgemäßes, legales Angebot gibt, weichen die Menschen in den illegalen Markt aus. Die Politik darf diese Realität nicht ignorieren. Es braucht neben konsequentem Vollzug vor allem ein nachfragegerechtes, legales Spielangebot, das den Bedürfnissen der Verbraucherinnen und Verbraucher gerecht wird, um den Schwarzmarkt auszutrocknen“.

Starker Vollzug allein reicht nicht – legale Unternehmen stärken

Die Zahlen der PKS verdeutlichen laut Stecker, dass die Schließung von legalen Spielhallen und die Einschränkung des regulierten Angebots nicht zu weniger Glücksspiel, sondern lediglich zu einer Verlagerung in illegale Strukturen führen. Dies gehe einher mit gravierenden Nachteilen: Fehlender Verbraucher- und Jugendschutz, keine Steuereinnahmen und die Finanzierung krimineller Strukturen sind die direkten Folgen.

Automatenwirtschaft fordert ein Umdenken in der Regulierung

Die Deutsche Automatenwirtschaft fordert die Regulierung des legalen Glücksspiels an den Bedürfnissen der Verbraucherinnen und Verbraucher und dem Ziel eines funktionierenden, sicheren Marktes auszurichten. Die PKS-Zahlen zeigen Georg Stecker zufolge deutlich: „Wer dem Schwarzmarkt keinen Raum lassen will, muss ein attraktives legales Angebot ermöglichen.“

Alljährlich erscheinende Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) veröffentlicht

Zum Hintergrund: Die Bundesministerin des Innern und für Heimat (BMI), Nancy Faeser, der bremische Innensenator und aktuelle Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Ulrich Mäurer, sowie der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, haben am 2. April 2025 die alljährlich erscheinende Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) veröffentlicht. Die wichtigsten Einzeldaten der PKS 2024, insbesondere für die Automatenwirtschaft, wurden vom Verband der Deutschen Automatenindustrie (VDAI) herausgearbeitet und stellen sich wie folgt dar:

– 2024 wurden bundesweit insgesamt 5.837.445 Straftaten registriert. Das bedeutet einen Rückgang um -1,7 Prozent im Vergleich zu 2023 (5.940.667 Straftaten). Der Rückgang der Fallzahlen ist durch den deutlichen Fallzahlenrückgang bei den Rauschgiftdelikten insbesondere aufgrund der Teillegalisierung von Cannabis seit 1. April 2024 begründet. Die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr ist damit nicht gegeben. Im Vergleich zum letzten Jahr ohne Corona-bedingte Einschränkungen (2019: 5.436.401 Fälle) ist die Fallzahl 2024 um +7,4 Prozent gestiegen. Die Gesamtaufklärungsquote ist mit 58 Prozent (3.385.919 Fälle) im Vergleich zum Vorjahr (58,4 Prozent) um 0,4 Prozent gesunken.

– Die Zahlen betreffend die Kriminalitätshäufigkeit auf Länder- beziehungsweise Städteebene werden erst nachdem alle Länder ihre Polizeiliche Kriminalstatistik für das Berichtsjahr 2024 veröffentlicht haben vom BKA online gestellt. Der Verband der Deutschen Automatenindustrie (VDAI) werden Ihnen diese nach Veröffentlichung nachreichen.

– Beim unerlaubten Glücksspiel (§§ 284ff. StGB) ist 2024 gegenüber dem Vorjahr ein weiterer deutlicher Anstieg auf 6.247 erfasste Fälle (+ 18,3 Prozent) dokumentiert. Ein Vergleich mit weiter zurückliegenden Jahren verdeutlicht die überdimensionale Steigerung. Von 2020 zu 2024 haben die erfassten Fälle des illegalen Glücksspiels um mehr als das
Achtfache (+ 820 Prozent) und zu 2017 um das Zwölffache zugenommen.

Illegales Glücksspiel auf Rekordhoch

PKS

2017

2018

2019

2020

2021

2022

2023

2024

erfasste Fälle

504

838

947

762

1.907

1.861

5.281

6.247

 

Die Aufklärungsquote liegt beim unerlaubten Glücksspiel bei 98,1 Prozent (6.128 Fälle).

– In der Straftatengruppe „Diebstähle von/aus Automaten“ werden neben (1) gewerblichen Geldspielgeräten nach Spielverordnung, (2) Glücksspielautomaten der Spielbanken und (3) sämtlichen Waren- und Dienstleistungsautomaten (wie Zigaretten-, Getränke- und Snackautomaten) auch Diebstahlshandlungen von/aus (4) Geldausgabeautomaten erfasst.

– 2024 wurden insgesamt 11.041 Diebstähle von/aus Automaten an allen Tatörtlichkeiten erfasst, davon sind 1.065 Fälle „Einfacher Diebstahl“ und 9.976 Fälle „Schwerer Diebstahl“. Gegenüber 2023 zeigt sich beim „Schweren Diebstahl“ ein Rückgang von 239 Fällen und beim „Einfachen Diebstahl“ eine geringfügige Steigerung von 54 Fällen. Die Relation zum Vor-Corona-Jahr 2019 zeigt einen deutlicheren Rückgang von 1.728 Fällen (- 13,5 Prozent). Mit Ausnahme des Jahres 2022 setzt sich der sich in den letzten Jahren sichtbare Rückgang der Fallzahlen in der Diebstahlskriminalität von/aus Automaten abgeschwächt fort.

Die Aufklärungsquote liegt beim „Einfacher Diebstahl von/aus Automaten“ bei 39,0 Prozent (2023: 30,9 Prozent) und beim „Schwerer Diebstahl von/aus Automaten“ bei 19,8 Prozent (2023: 20,1 Prozent).

– Die Zahl der Raubüberfälle auf Spielhallen sank 2024 um knapp ein Drittel auf 126 Fälle. Dies zeigt, dass der seit 2017 bestehende Abwärtstrend weiterhin anhält. Der Verlauf der Abnahme der Fälle in Zahlen: 2017 (591 Fälle) → 2018 (511 Fälle) → 2019 (373 Fälle) → 2022 (215 Fälle) → 2023 (187 Fälle).

Nach Auskunft des BKA lassen sich aus der PKS selbst die Ursachen für die Entwicklung der Fallzahlen nicht entnehmen und die Kausalitäten nicht abbilden. Diese sind in den Bundesländern heterogen.

Angehängt finden Sie auszugsweise die Grundtabelle zu den einzelnen Straftaten 2024, aus der die Straftaten bundesweit sowie die Aufklärungsquote ersichtlich werden und in der die automaten- beziehungsweise spielhallenbezogene Straftaten farblich markiert sind. Weitere Zahlen und Statistiken können online abgerufen werden unter https://bka.de (Stichwort: Aktuelle Informationen → Statistiken und Lagebilder → Polizeiliche Kriminalstatistik → PKS 2024).